Warum Mitleid uns nicht weiter bringt und warum es in narzisstischen Beziehungen fehl am Platz ist: Ein Gastbeitrag von Quintilia

Ich will mich ja trennen, aber dann bekomme ich wieder Mitleid mit ihm…..“

Ich würde den Kontakt ja abbrechen, aber dann tut sie mir Leid ….“

Nicht selten liest man Sätze wie diese in unserer Selbsthilfegruppe.

Ein fatales „Ja, aber….“ und eine typische Falle auf dem Weg in die Eigenverantwortung und Selbstfürsorge.

Warum? Was ist so falsch an Mitleid?

Wer Mit-Leid hat, leidet im wahrsten Sinne des Wortes mit, fühlt den fremden Schmerz und das Leid des anderen, als wäre es sein eigenes. Wer Mitleid hat verschmilzt also emotional mit der anderen Person und versinkt deshalb mitunter selbst ins Leiden, in Ohnmacht und Hilflosigkeit. (mehr …)

Heute blogge ich in eigener Sache. Am 28. Oktober ist es soweit: Dann erscheint mein neues Buch „Narzissenkinder – wenn Töchter unter narzisstischen Müttern leiden“ im Verlag Kösel. Ich wollte dieses Buch zum Thema narzisstische Mutter schon sehr lange schreiben, verwarf es immer wieder und am Ende bin ich jetzt froh, das Buch so lange vor mir hergeschoben zu haben. Wenn man von einem Thema persönlich betroffen ist – und das bin ich – braucht man sehr viel Abstand. Man muss es geschafft haben, all das, was einem passiert ist, zu verarbeiten, damit fertig geworden sein, um neutral darüber sprechen zu können. 

Narzissenkinder – Klappentext

Das Leben mit einem narzisstischen Elternteil kann für betroffene Kinder zur Hölle werden. Sie werden ständig manipuliert und sabotiert, belogen, sich selbst überlassen. Sie erleben Angst, Grenzüberschreitungen jeder Art und Verdrehungen der Realitäten, sodass sie ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen. Als selbst Betroffene zeigt Monika Celik das ganze Spektrum möglicher narzisstischer Verhaltensweisen auf. Betroffene Leserinnen erhalten Lösungsansätze für ihr eigenes Leben. (mehr …)

Vor einigen Tagen las ich einen Artikel in einem eigentlich sehr guten Magazin über Narzissten und ihre Selbstliebe – und ich war ziemlich erschrocken darüber. Sie seien ja irre verliebt in sich selbst, hieß es darin. Mir sind schon viele Narzissten begegnet, aber ganz ehrlich: Darunter war keiner, der sich selbst geliebt hätte. Sie mögen den Anschein erwecken, dass sie nichts auf dieser Welt so toll finden und so sehr lieben wie sich selbst. Aber eigentlich sind Narzissten von Komplexen und Selbsthass beherrscht. Das ist ja genau der Grund dafür, aus dem sie so viele Dinge tun, die sie tun.

Ein Mensch, der sich selbst liebt …

… braucht keine Bestätigung von außen oder von einem Beziehungspartner. Er liebt sich einfach selbst genug um dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht. Dem anderen aber auch. Damit es beiden zusammen gemeinsam noch besser gehen kann. Gesunde Menschen wissen, dass eine Partnerschaft, in der man sich gegenseitig respektiert, liebt und achtet, eine wichtige Basis im Leben ist. Ein psychisch gesunder Mensch stellt nicht das Wohl des Partners über sein eigenes, aber nimmt es mindestens genauso wichtig. Wird sich daher stets bemühen, für Harmonie zu sorgen. Das bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gäbe – doch, die gibt es in einer gesunden Beziehung. Das sind die Gelegenheiten, bei denen beide Partner ihre Bedürfnisse auf den Tisch legen, Grenzen setzen und Wege miteinander finden. Situationen, in denen Partner, die sich auf Augenhöhe befinden, aneinander und als Paar miteinander wachsen. (mehr …)

Existenzen platzen, lösen sich ins Nichts auf, weil man sich in den falschen Menschen verliebt hat und über dem Kampf um diese Beziehung alles verliert. Vor allem den Blick und das Gefühl für sich selbst. Und dann blickt man weiter zurück, stellt fest: Früher war auch nichts wirklich besser. Manche von uns stammen aus Familien, in denen sie nicht gut behandelt, ja sogar misshandelt wurden. Man hält das irgendwie aus, übersteht das irgendwie, rutscht von einer Beziehung in die nächste, wenn man erwachsen ist und irgendwann sitzt man dann da und fragt sich: Und wann hört diese Scheiße endlich mal auf? Wann wird es mir mal gut gehen?

Der Punkt ist ja dieses „Aushalten“

Früher haben mich Menschen fasziniert, die jede Menge Schicksalsschläge wegzustecken hatten und trotzdem in sich ruhten. Ich habe sie bewundert für ihre Kraft, für den Power, mit dem sie durchs Leben gehen, für das, was sie erreicht haben, für ihre Fröhlichkeit. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass die, die am häufigsten und am schönsten lächeln können, meist lieber weinen würden. Sie haben eben gelernt „auszuhalten“. Augen zu und durch, immer und immer wieder. Da dachte ich aber auch über Schicksalsschläge (Tod, Krankheit) nach, gegen die wir Menschen in der Regel machtlos sind, und nicht über Situationen, die man verlassen kann. (mehr …)

Beziehungsunfähigkeit scheint ein Zeichen unserer Zeit zu sein. Man muss an nichts festhalten, es gibt ein Überangebot und wenn man auch nur ein ganz kleines bisschen unzufrieden mit dem ist, was man bereits gefunden hat, gibt es zahllose Verlockungen: Eine kleine Zufallsbekanntschaft hier, ein alter Kontakt da, den man virtuell wiedergefunden hat. Zahllose Single-Börsen, nicht nur kostenpflichtig im Internet, sondern auch spezielle Foren und Gruppen, in denen man ganz nach persönlichen Vorlieben das suchen kann, was man sich wünscht. Jemanden kennenzulernen ist total easy und zu 99 Prozent mit einem Klick und ein paar (meist) dusseligen Worten möglich. Kein Wunder passieren dann Dinge, die so abenteuerliche Namen wie Benching, Breadcrumbing oder Ghosting erhalten. Zur Beruhigung: Das gab es alles auch schon lange vor dem Internet. Nur nicht so häufig. Und es heißt jetzt halt anders.

Benching

Da sichert sich jemand die Option, dich näher kennenzulernen, dich persönlich kennenzulernen oder dich nach langer Zeit mal wiederzusehen. Trifft sich aber nicht mit dir. Verabredungen kommen erst gar nicht zustande, oder wenn doch, dann werden sie kurz vorher aus Zeitgründen oder anderen fadenscheinigen Ausreden abgesagt. Das ist eine Warmhaltetechnik, die bei möglicherweise interessanten Kontakten angewendet wird, die man aber noch nicht treffen will … weil man noch andere Kontakte hat, die vielversprechender erscheinen oder einfach besser gefallen Nach dem Motto, wenn es mit dieser oder jener nicht klappt, dann versuche ich es halt mal da – aber solange muss bei diesem Menschen dann ja irgendwie das Interesse aufrecht erhalten werden. Das betrifft Phasen, in denen man noch keine Dates mit jemandem hat, der Kontakt einzig über moderne Kommunikationsmittel aufrecht erhalten wird – und das auf Sparflamme. Es gibt also nicht wirklich Kontakt, sondern nur eine Kontaktaufnahme. Ein paar likes hier und da zu deinen Beiträgen, ein paar unverbindliche Worte per PN, ein völlig nichtssagender Kontakt, der dennoch Interesse aufrecht erhält – oder aufrecht erhalten soll.  (mehr …)

Immer wieder hört und liest man es: Gaslighting. Was ist das überhaupt? Was genau fällt unter Gaslighting? Was ist es nicht? Und überhaupt, wieso kann das eigentlich funktionieren? Wenn man so was erlebt hat und blickt rückwirkend auf diese Lebensphasen zurück, schüttelt man sich unwillkürlich selbst und fragt sich, wie das passieren konnte. Aber eigentlich gibt es ganz einfache Erklärungen dafür.

Erst mal sollten wir drüber sprechen, was Gaslighting überhaupt ist

Der Begriff ist einem alten Film entnommen: Ein Ehemann treibt seine Frau gezielt in den Wahnsinn, indem er ihre Realität manipuliert. Daraus sollte man aber nicht schließen, dass es nur Männer sind, die „gaslighten“ – das können Frauen genauso gut. Um den Begriff zu erklären, müssen wir auf (deine) Realität eingehen, so wie du sie erlebst und empfindest, und auf das, was dir dazu von Partner oder Partnerin gesagt wird: Von Gaslighting kann man dann sprechen, wenn die Aussagen deines Partners deine eigene Realität infrage stellen, sie verdrehen, kleinreden, zur Falschaussage abstempeln oder ins Lächerliche ziehen. Die meisten Betroffenen, die mir von erlebtem Gaslighting erzählen, schildern es als etwas, das in jeder Körperzelle zu spüren ist: Der Körper, die Seele, wie immer man es nennen mag, spürt ganz genau, dass das, was der Partner da gerade sagt, der eigenen Realität widerspricht. Aber da ist der Verstand … der eigene Verstand. Und der wird mehr und mehr angezweifelt, bis hin zu dem Gefühl, dass man selbst gerade kurz vorm Durchdrehen ist. Den Verstand verliert? (mehr …)

Mein Opa sagte immer: „Hüte dich vor Menschen, die keine Freunde haben.“ Der Begriff Narzissmus war ihm sicher fremd, oder er hielt ihn für das, was die meisten Menschen durch die Mythologie darunter verstehen: Narzissten sind selbst verliebte Menschen. Dass sie das eigentlich nicht sind, wissen wir inzwischen. Dass sie ständige Zufuhr brauchen, um sich gut zu fühlen, wissen wir inzwischen auch. Normalerweise erhalten sie diese Zufuhr auch von Freunden. Dennoch scheinen die meisten von ihnen kein funktionierendes, soziales Umfeld zu haben. Woran liegt das?

Narzissten und das Knüpfen von Kontakten

Narzissten verstehen sich in der Regel auf glanzvolle Auftritte, gleich wo man mit ihnen in Kontakt kommt. Sie stehen oft im Nullkommanix im Mittelpunkt und es fällt ihnen nicht schwer, Kontakte zu knüpfen. Das ist aber nicht generell so, denn es gibt auch eine Menge Narzissten, die erst nach einem längeren Zeitraum als solche identifiziert werden können: Sie wirken bescheiden, halten sich eher im Hintergrund, sind etwas unsicher, Kontakte zu knüpfen ist für sie nicht so leicht. Wenn sie neue Menschen kennenlernen, liegt das meist daran, dass sie jemand „mitreißt“. Die Unterschiede haben mit dem gesellschaftlichen Stand zu tun, mit dem eigenen Aussehen, mit der finanziellen Situation und vor allem mit der Tatsache, dass man zwischen offenen und verdeckten Narzissten unterscheiden muss. Auch verdeckte Narzissten spielen sich gerne in den Mittelpunkt, wenn sie die Chance dazu haben. Sie suchen sich aber auch gerne Kontakte, an deren Seite sie mitgerissen werden. Und manchmal bleiben sie bescheiden im Hintergrund, weil auch das irgendwie auffällt. Irgendwer wird sich dann in der Regel um sie kümmern. (mehr …)

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Jeder Mensch braucht gute Freunde. Die meisten Menschen pflegen ihre Freundschaften über viele Jahre, sind bereits durch dick und dünn miteinander gegangen. Oder wüssten zumindest, genau das würden sie füreinander tun. In so mancher Beziehung sind die guten Freunde allerdings nicht gerne gesehen. Und so mancher Mann, so manche Frau klagt offen darüber, dass Partnerin oder Partner die Freunde offen ablehnt und sogar nach und nach vergrault. Woran kann das liegen und was kann man tun?

Das ist kein typisch männliches oder weibliches Problem

Sondern ein narzisstisches! Dafür muss nicht unbedingt eine NPS vorliegen (eine narzisstische Persönlichkeitsstörung): Manche Menschen haben „nur“ ein paar narzisstische Eigenarten, die können Partner oder Partnerin das Leben aber bereits zur Hölle machen. Jetzt sollten wir noch über die Frage sprechen, warum ein Mensch so etwas überhaupt tut. Warum werden (oder wurden) deine Freunde abgelehnt? Vielleicht sogar vergrault? (mehr …)

Immer wieder taucht in den Gruppen, in denen ich Mitglied bin, auch in meiner eigenen Gruppe, die Frage auf: „Ist dieser Mensch nun narzisstisch oder nicht?“ Ferndiagnosen sind nicht möglich. Und grundsätzlich sollten wir Betroffenen uns mit Diagnosen zurückhalten, denn wir sind Betroffene. Möglicherweise auch in irgendeiner Form Experten, denn so hautnah wie wir wird kaum ein Psychologe oder Psychiater einen Narzissten erleben – es sei denn, er/sie ist selbst betroffen. Und ja, auch das gibt es: Sogar die Damen und Herren vom Fach stolpern in die Narz-Falle! Aber das ist nun mal, was wir nicht sind: Psychologen. Grundsätzlich ist es aber auch überhaupt nicht wichtig, die Diagnose Narzissmus zum Partner oder Expartner zu erhalten. 

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Emotionale Erpressung und dadurch verursachte Schuldgefühle sind eine gängige Methode von Narzissten, um ihre Partnerinnen und Partner gefügig zu machen und zum Schweigen zu bringen. Es handelt sich hier um eine Manipulation, die am wirksamsten ist, wenn das „Opfer“ schon in der frühesten Vergangenheit durch emotionale Erpressung manipuliert wurde.

Das kennen wir doch alle, oder nicht?

Ich glaube, dass viele Eltern sich gar nicht bewusst sind, wenn sie ihre Kinder auf der emotionalen Ebene manipulieren. „Gib der Oma ein Küsschen“ (sonst ist sie traurig!) oder „Streng dich in der Schule an“ (sonst bin ich enttäuscht von dir) – das kennen wir sicher alle aus unserer Kindheit. Meiner Meinung nach passieren solche Dinge nicht bewusst und sie geschehen sicher in den besten Familien. Natürlich wollen Mutter oder Vater nicht, dass die eigene Mutter traurig ist, wenn das Enkelchen nicht so anhänglich ist, wie die Oma sich das wünscht. Und natürlich wollen Mutter und Vater, dass ihr Kind sich in der Schule Mühe gibt, es soll ja schließlich mal was erreichen im Leben. Diese Sprüche sind schnell ausgesprochen und kaum einem Elternteil ist es bewusst, dass es sich bereits hierbei um emotionale Erpressung handelt. (mehr …)

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