Lektorat

In den Kreisen der Self Publisher wird fast täglich die Frage diskutiert, ob ein Lektorat überhaupt notwendig ist. Wer gut schreiben kann, Grammatik und Interpunktion beherrscht, fühlt sich als Autor relativ sicher. Darum geht es aber im Lektorat nicht. Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion sind eine Frage des Korrektorats. Ich korrigiere offensichtliche Fehler natürlich im Rahmen meiner Arbeit mit. Allerdings empfehle ich nach dem Abschluss des Lektorats noch einmal eine Korrekturphase.

Im Lektorat wird der Text gründlich gelesen und redigiert. Satz für Satz wird auf Wortwiederholungen, Formulierungen und gute Lesbarkeit überprüft. Ein schön formulierter Text ist nicht alles: Wenn der Lesefluss gestört ist, wird der Leser das Buch beiseite legen.

Natürlich gibt es inzwischen sehr mächtige Programme, wie zum Beispiel Papyrus Autor. Papyrus findet typische Füllwörter. Es schlägt Synonyme und Alternativen in der Formulierung vor. Trotzdem ist es nur ein Programm und kein Leser. Es unterstützt den Autor dabei, ein gut lesbares Manuskript zu entwickeln.

Was es aber nicht kann: Den Text auf Spannungsbogen zu überprüfen, auf überflüssige Beschreibungen oder auf logische Fehler.

Ganz ehrlich: Ich bin selbst Autorin. Wenn ich an einem Buchprojekt arbeite, schreibe ich einfach drauflos. Natürlich habe ich eine grobe Vorstellung von meinem Plot. Selbstredend arbeite ich einzelne Kapitel aus und führe meine Geschichte langsam da hin, wo ich sie enden lassen möchte. Dabei bin ich, wie jeder Autor, sehr bemüht, den Spannungsbogen aufzubauen, aufrecht zu erhalten so lange es möglich ist und dann den Leser mit einem unerwarteten Ende zu überraschen. Ich versuche, genug zu erklären und zu beschreiben, aber nicht zu viel, weil ich den Leser nicht langweilen will. Ich versuche, meine Texte möglichst aktiv zu gestalten, das heißt, den Leser erleben zu lassen, was in der Geschichte passiert, statt sie einfach nur monoton zu erzählen. („Show, don’t tell!“)

Gelingt das immer? Im Großen und Ganzen schon, aber nicht durchgängig. Wenn ich selbst ein Manuskript abgeschlossen habe und die Lektoratsphase erfolgt, merke ich immer wieder, dass es ganze Passagen gibt, die im Sinne einer spannenden Story und einer guten Lesbarkeit dem Rotstift zum Opfer fallen. Manches muss umformuliert werden, weil sich Wortwiederholungen eingeschlichen haben. Dann gibt es die typischen Füllwörter, die ersatzlos gestrichen werden können. Sie verlängern einen Text nicht nur unnötig, sondern sie nerven den Leser.

Du bist der Autor deiner Geschichte, deswegen fallen dir solche Dinge wahrscheinlich nicht auf. Es ist deine Art, zu erzählen. Du kennst deine Geschichte sehr gut. Im Idealfall hattest du einen Film vor Augen, hast mit deinen Figuren ein paar Monate lang gelebt und einen innigen Austausch mit ihnen gepflegt. Das bedeutet, du hast Gefühle für deine Charaktere. Du liebst sie, du hasst sie oder du lässt sie einfach mal auftauchen, weil sie Spannung in die Story bringen. In deiner Welt ist die Figur lebendig, der Charakter und die Geschichte sind glaubwürdig. Aber empfindet das auch der Leser so, der erst einmal in deine Geschichte hineingezogen werden will?

Kein Autor kann das Lektorat für sein eigenes Buch selbst durchführen – ich übrigens auch nicht. Dazu habe ich viel zu sehr den Film zu meiner eigenen Geschichte im Kopf.

Wenn ich das Lektorat für dein Buch übernehmen soll, dann … 

… überprüfe ich Satz für Satz deine Formulierungen auf Wortwiederholungen und gute Lesbarkeit

… deine Charaktere auf Tiefe und Glaubwürdigkeit

… deine Gesamtstory auf Redundanzen, typische Füllwörter und auf logische Fehler

… ändere ich dein Manuskript nicht, aber ich mache dir Vorschläge

Die Zusammenarbeit zwischen Lektor und Autor muss vertrauensvoll sein. Natürlich bist du von deiner Geschichte, deinem Stil und deinen Figuren überzeugt. Aber wenn ich dir Vorschläge mache, um die Story zu verbessern oder den Protagonisten mehr Tiefe zu verleihen, musst du eine Entscheidung treffen. Vertraust du mir ausreichend, um diese Vorschläge umzusetzen? Oder beharrst du stur auf deinen eigenen Vorstellungen? In diesem Fall brauchst du nämlich kein Lektorat. Du musst nicht jeden meiner Vorschläge annehmen. Aber wenn du von vorne herein „anti“ eingestellt bist, kein Vertrauen in meine Fähigkeiten hast, und vielleicht auch keine Lust, dein Manuskript noch einmal zu überarbeiten, dann kostet das dein Geld und meine Nerven.

Ich verlange Probeseiten

Warum? Weil auch ich eine Entscheidung treffen muss. Mein schlimmstes Projekt im Lektorat war eine Geschichte, die schon einen schlechten Einstieg hatte. Die Charaktere waren flach, regelrecht dümmlich, in jedem Fall unglaubwürdig. Die Handlung war nicht nachvollziehbar. Die fast 300 Seiten lasen sich wie von einer zwölfjährigen Schülerin verfasst. Jeder einzelne Satz hätte geändert werden müssen, abgesehen von zahlreichen Rechtschreibfehlern. Ich habe dieses Projekt aus Unerfahrenheit angenommen und es schon nach zwei Seiten bitter bereut. Zudem beharrte die Autorin auf ihrer Art, kindlich zu formulieren, und war zu keinerlei Änderungen bereit. Ich habe das Projekt abgeschlossen, aber mir verbeten, als Lektorin genannt zu werden. Dass es jede Menge negativer Rezensionen hageln würde, war vorhersehbar. In ihren Augen war ich die böse Lektorin. Am Ende ist aber genau das eingetreten, was ich ihr prophezeit habe – aber diesen Schuh ziehe ich mir nicht an, denn ich hatte überhaupt keine Chance, ihr Buch mit meiner Arbeit besser zu machen.

Solche Projekte nehme ich nicht mehr an. Wenn du mit mir arbeiten willst, möchte ich mir gerne vorab ein Bild machen dürfen. Die Aufgabe einer Lektorin ist es, ein gutes Manuskript besser zu machen, es zu perfektionieren. Aber um es ganz klar auszudrücken: Ich kann aus Scheiße kein Gold machen. Wie du siehst, ich spreche perfekt Klartext!

Was qualifiziert mich? 

Ich habe kein abgeschlossenes Studium in Germanistik oder einem ähnlichen Fach. Ich bin Quereinsteigerin. Dazu bin ich geworden, weil ich schreiben kann, und weil ich mein ganzes Leben lang Bücher geradezu gefressen habe. Schon als kleines Mädchen habe ich dicke Wälzer gelesen, die eigentlich nicht meiner Altersgruppe entsprachen. Mein Lieblings-Aufenthaltsort war die Bücherei. Dank meiner lieben Großmutter konnte ich bereits lesen, als ich eingeschult wurde. Meine Grundschullehrerin hat mein Talent gefördert und mich regelmäßig mit Büchern aus ihrer eigenen Schatzkiste versorgt, mir zusätzlich individuelle Arbeitsaufträge erteilt, wie eine Inhaltsangabe zu schreiben oder eine Charakterisierung. Dafür bin ich ihr heute noch dankbar. Als ich erwachsen wurde, entdeckte ich zusätzlich die Psychologie. Es ist spannend, wenn man die Zusammenhänge erkennt, die zwischen Erziehung, Umwelt, Ausbildung, Entwicklungsgeschichte und Handlungsweisen bestehen. Auch das ist nicht gerade unwichtiges Fachwissen im Lektorat. Charakterentwicklungen und Folgen von Handlungen müssen schließlich nachvollziehbar sein.

Wenn du jetzt Vertrauen gefasst hast … 

… dann freue ich mich auf deine Anfrage. Kosten für ein Lektorat fallen erst ab der Auftragserteilung an.

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